Düsteres und Hoffnungsvolles im Stadtkulturhaus

Zum Auftakt der Gedenkwoche an das 200-jährige Jubiläum der Völkerschlacht bei Leipzig trat der Zentralchor Sachsen/Thüringen am 13. Oktober 2013 im Bornaer Stadtkulturhaus auf. Vor vollbesetztem Haus trugen Chor und Orchester „die Unvollendete“ von Franz Schubert und Teile des Mozart-Requiems vor.

Jürgen Gerisch strahlte über das ganze Gesicht und applaudierte Sängern und Spielern, die soeben ein gelungenes Konzert dargeboten hatten. Das Publikum dankte es den Vortragenden mit lang anhaltendem Applaus. Eine gute Stunde lang überzeugte der Klangkörper, der sich aus Musikern der Kirchenbezirke Gera, Halle, Leipzig und Plauen zusammensetzt, mit einer stimmungsvollen Vortragsweise und präzisen Einsätzen.

Vor rund 300 Zuhörern erklangen düstere und ernste Klänge, in die sich an manchen Stellen auch heitere und hoffnungsvolle Töne mischten. Gespielt wurden Schuberts Sinfonie „Die Unvollendete“ und Teile aus dem Requiem in d-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart. „Mit den beiden Werken wollen wir an die Tragik der Ereignisse von 1813, an das Leid und den Tod vieler Soldaten der Völkerschlacht erinnern“, hatte Dirigent Jürgen Gerisch kurz vor dem Auftakt erklärt. Gleichzeitig sollte mit der Musik auch an die Komponisten gedacht werden, die beide nur ein kurzes Leben hatten. Mozart starb mit 35 und konnte sein Requiem nicht mehr beenden. Franz Schubert wurde sogar nur 31 Jahre alt.

Auch Sänger aus der Gastgebergemeinde wirkten beim Konzert mit. Dafür, dass es den Musikern zwischen der Probe am Mittag und dem Konzert am Nachmittag an nichts fehlte, sorgten die anderen Geschwister aus der Gemeinde Borna, die einen kleinen Imbiss für die Vortragenden vorbereitet hatten.

Ein Jahr hatten die rund 80 Sänger und 50 Instrumentalisten geprobt und sich auf das Konzert vorbereitet. Beim Probenwochenende in Kretzschau, wenige Wochen zuvor, hatte es den letzten Schliff vor dem Auftritt gegeben.